Fokus Safety: Potentiell gefährliche Annäherungen vermeiden
Annäherungen in der Luft können schneller passieren, als man denkt. Solche Momente zeigen deutlich, wie wichtig hohe Aufmerksamkeit und gutes Situationsbewusstsein sind. Die wichtigsten Informationen zur sicheren Flugdurchführung auf einen Blick.
„See & Avoid“ – den Himmel aktiv beobachten 
Unser wichtigstes Werkzeug im Sichtflug bleibt das konsequente „See & Avoid“. Ein ruhiger, systematischer Blickscan hilft enorm: Das Auge erkennt Bewegung besser als starre Punkte. Wenn ein anderes Flugzeug in deinem Sichtfeld scheinbar „stillsteht“, kann das ein Hinweis auf einen möglichen Kollisionskurs sein. Auch Farben der Positionslichter können unterstützen, eine grobe Bewegungsrichtung abzuschätzen.
 
Technik nutzen & die eigene Sichtbarkeit erhöhen 
Kollisionswarnsysteme, ADS-B, Transponder, FLARM und ähnliche Hilfsmittel sind wertvolle Ergänzungen. Sie ersetzen aber nicht unseren visuellen Scan – sondern ergänzen ihn. Gleichzeitig sollten wir unsere Sichtbarkeit aktiv verbessern – etwa durch konsequente Lichtnutzung auch am Tag oder durch zusätzliche Systeme wie Haubenblitzer im Segelflug. Je früher man gesehen wird, desto mehr Zeit bleibt allen Beteiligten zu reagieren.
 
Funken, hören, wahrnehmen 
Verkehrserkennung funktioniert nicht nur visuell, sondern auch akustisch. Klar und verständlich durchgegebene Positionen, Richtungen und vor allem Absichten (Einflug in die Platzrunde, Queranflug, Landung, Durchstarten etc.) helfen anderen enorm, dein Vorhaben einzuschätzen. Eine eindeutige, ruhige Sprechweise ist dabei wichtiger als lange Meldungen.
 
Verkehr in der Platzrunde – besondere Aufmerksamkeit 

Gerade in der Platzrunde oder in deren unmittelbarer Umgebung begegnen sich Luftfahrzeuge mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Leistungsdaten. Auf unkontrollierten Flugplätzen ist die Verkehrsführung nicht immer vorhersehbar – umso wichtiger ist erhöhte Aufmerksamkeit, Funk hören, rechtzeitig Ankündigungen machen und gegebenenfalls eine weiträumigere Staffelung im Anflugbereich in Betracht ziehen.
 
Direktüberflüge im Flugplatzbereich vermeiden 
Direkte Überflüge von Flugplatzbereichen führen immer wieder zu unangenehmen Überraschungen, da dort verschiedenste Schulungs- und Flugbetriebsarten gleichzeitig stattfinden können. Wer den Bereich weiträumig meidet, reduziert deutlich das Risiko einer potentiell gefährlichen Annäherung.
 
Höhenstaffelung - Halbkreisregel beachten 
Auch wenn die Topographie oder das eigene Flugprofil manchmal etwas Flexibilität erfordert, hilft die Halbkreisregel enorm bei der Staffelung des Verkehrs – besonders in Bereichen, in denen viele Luftfahrzeuge auf ähnlichen Routen unterwegs sind.
 
Recht-aus-weich-Regeln sicher beherrschen 
Auch wenn jeder Pilot sie kennt, helfen sie im entscheidenden Moment nur, wenn sie wirklich sitzen. Eine schnelle, eindeutige Ausweichhandlung kann entscheidend sein – klar, sichtbar und ohne Zögern.
 
Flugsicherungsdienste nutzen, wenn möglich 
Wenn Radar- oder FIS-Unterstützung verfügbar ist, kann eine Verkehrsinformation zusätzlichen Schutz bieten. Auch im VFR-Flug kann ein „zweites Paar Augen“ am Boden wertvoll sein.
 
Lernen & teilen 
Wenn es zu einer engen Annäherung kommt, ist es wertvoll, dies offen und ohne Schuldzuweisungen anzusprechen – im Sinne eines gemeinsamen Sicherheitsgewinns.
Teilen, analysieren, reflektieren.
Denn jeder Hinweis stärkt die Sicherheit aller.
 
Bleibt aufmerksam, fliegt rücksichtsvoll und meldet Beinahe-Begegnungen offen im Sinne unserer gemeinsamen Sicherheit!
 
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