Flugfunkfrequenzen bilden die Grundlage für eine sichere Kommunikation zwischen Luftfahrzeugen und der Flugsicherung. Der korrekte Umgang mit zugewiesenen Frequenzen trägt wesentlich dazu bei, Störungen und unnötige Frequenzbelastungen zu vermeiden.
Frequenzen nur für den vorgesehenen Zweck verwenden
Jede veröffentlichte Frequenz ist für einen bestimmten Dienst und einen definierten Anwendungsbereich vorgesehen. Dies gilt sowohl für Kontrollfrequenzen als auch für Flugplatz-, Informations- oder Sonderfrequenzen.
Kommunikation sollte daher ausschließlich auf jener Frequenz erfolgen, die für den jeweiligen Zweck vorgesehen ist. Nicht betriebsrelevante Gespräche können die Verfügbarkeit der Frequenz für wichtige Meldungen beeinträchtigen und sollten vermieden werden.
Gültigkeitsbereich von Frequenzen beachten
Bei der Nutzung von Flugfunkfrequenzen ist nicht nur deren Zweck, sondern auch ihr räumlicher Geltungsbereich zu berücksichtigen.
Beispielsweise ist die Frequenz eines Flugplatzes für den Betrieb im unmittelbaren Flugplatzbereich vorgesehen. Eine Verwendung weit außerhalb dieses Bereichs – etwa im oberen Luftraum – kann zu unerwünschten Auswirkungen führen. Da Flugfunkfrequenzen mit entsprechendem Abstand mehrfach vergeben werden können, besteht die Möglichkeit, dass dieselbe Frequenz an einem anderen Ort gleichzeitig genutzt wird.
Eine Flugplatzfrequenz, die im Bereich eines Flugplatzes sinnvoll und zulässig ist, kann daher bei der Verwendung in großer Flughöhe andere Teilnehmer oder Flugsicherungsstellen stören, die dieselbe Frequenz verwenden.
Inter-Pilot-Kommunikation
Für betriebliche Gespräche zwischen Luftfahrzeugen steht innerhalb Österreichs die
Frequenz 123.065 MHz zur Verfügung.
Die Nutzung anderer Frequenzen für Inter-Pilot-Kommunikation sollte vermieden werden. Auch wenn eine Frequenz scheinbar ungenutzt erscheint, kann sie an anderer Stelle für Flugsicherungszwecke verwendet werden oder dort bereits in Betrieb sein.
Die Verwendung der dafür vorgesehenen Frequenz hilft, Störungen anderer Funkdienste zu vermeiden und sorgt für eine klare Trennung unterschiedlicher Kommunikationsarten.
25-kHz- und 8.33-kHz-Kanalraster
In Europa werden heute überwiegend Frequenzen im
8.33-kHz-Kanalraster verwendet. Dieses ermöglicht die Bereitstellung einer größeren Anzahl verfügbarer Kanäle innerhalb des Flugfunkbandes.
Der Unterschied wird anhand eines Beispiels deutlich:
25-kHz-Raster:
- 118.000 MHz
- 118.025 MHz
- 118.050 MHz
- 118.075 MHz
8.33-kHz-Raster:
- 118.000 MHz
- 118.005 MHz
- 118.010 MHz
- 118.015 MHz
- 118.025 MHz
Dadurch stehen im gleichen Frequenzbereich deutlich mehr Kanäle zur Verfügung.
Im täglichen Betrieb ist darauf zu achten, dass die veröffentlichte Frequenz exakt eingestellt wird. Die Frequenzen
118.000 MHz und
118.005 MHz sind beispielsweise unterschiedliche Kanäle und nicht austauschbar.
Wird versehentlich ein 25-kHz-Kanal anstelle eines benachbarten 8.33-kHz-Kanals verwendet, kann dies dazu führen, dass mehrere benachbarte Kanäle beeinflusst werden. Obwohl eine Funkverbindung möglicherweise hergestellt werden kann, besteht die Gefahr von Störungen auf anderen Kanälen, die für andere Funkdienste vorgesehen sind.
Eine sorgfältige Kontrolle der eingestellten Frequenz vor dem ersten Funkspruch hilft, solche Situationen zu vermeiden.
Die Verwendung von alten Funkgeräten, die kein 8.33 kHz-Raster schalten können, führt gegebenenfalls ebenso zu unbeabsichtigten Aussendungen auf benachbarten Kanälen.
Frequenzwechsel sorgfältig durchführen
Frequenzwechsel gehören zu den Routineaufgaben im Flugbetrieb. Dennoch empfiehlt es sich, die eingestellte Frequenz vor dem Senden nochmals zu überprüfen.
Insbesondere bei hoher Arbeitsbelastung oder bei ähnlich klingenden Frequenzen können Eingabefehler auftreten. Eine kurze Kontrolle vor dem ersten Funkspruch hilft, Fehlanrufe und unnötige Frequenzbelegungen zu vermeiden.
Not- und Sonderfrequenzen nur bei Bedarf verwenden
Frequenzen mit besonderem Verwendungszweck, wie beispielsweise die internationale Notfrequenz
121.500 MHz, sollten ausschließlich für ihren vorgesehenen Zweck genutzt werden.
Unnötige Aussendungen können die Verfügbarkeit dieser Frequenzen für Notfälle beeinträchtigen und erschweren gegebenenfalls die Wahrnehmung wichtiger Meldungen.
Funkdisziplin trägt zur Sicherheit bei
Eine kurze, präzise und standardisierte Kommunikation erleichtert allen Beteiligten die Arbeit auf der Frequenz. Das Einhalten etablierter Verfahren, die Verwendung der vorgesehenen Frequenzen sowie die Beachtung ihres räumlichen Geltungsbereichs leisten einen wichtigen Beitrag zu einem sicheren und effizienten Flugbetrieb.
Der verantwortungsvolle Umgang mit Flugfunkfrequenzen beginnt bei jeder einzelnen Aussendung.